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A
Ad-hoc-Meldung
Kursbeeinflussende Unternehmensmeldungen werden von Aktiengesellschaften im Rahmen von Ad-hoc-Meldungen gemäß §15 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) publiziert. Der Emittent von Wertpapieren, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, muss unverzüglich eine Neuigkeit veröffentlichen, wenn sie sich auf die Vermögens- und Finanzlage auswirkt und geeignet ist, die Börsenpreise der Wertpapiere erheblich zu beeinflussen. Für den Inhalt der Meldungen ist das jeweilige Unternehmen verantwortlich. Ad-hoc-Meldungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten.
Anlagendeckung
Eigenkapital im Verhältnis zum Anlagevermögen; gibt an, zu welchem Prozentsatz das Immobilienvermögen und die sonstigen Sachanlagen durch das Eigenkapital gedeckt sind.
Anlagehorizont
Der Zeitraum, über welchen ein Investor sein Kapital zu investieren beabsichtigt.
ATX
Im ATX (Austrian Traded Index) sind die Blue-Chips der Wiener Börse enthalten. Er dient als Basiswert für Optionen und Futures. Der ATX umfasst jene 20 Aktien, die zu den liquidesten und höchstkapitalisierten Werten des Prime Segments (Prime Market) gehören.
B
Börsenkapitalisierung
Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Börsenkurs = Wert eines Unternehmens gemessen am Kurswert seiner Aktien.
Börsenkurs
Der an der Börse durch Angebot und Nachfrage ermittelte Preis der gehandelten Wertpapiere.
Benchmark
Externe Vergleichsgröße als Messlatte für die Bewertung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, auch für die Performance verschiedener Anlageformen.
Bruttorendite der Immobilien (Mietzinsrendite)
Ist-Miete / Anschaffungswert der Immobilien.
C
Cashflow
Die Cashflow-Rechnung gibt einen Überblick über die in der Berichtsperiode zu- und abgeflossenen flüssigen Mittel des Konzerns. Sie sind getrennt in Betriebs-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.
Compliance-Code, -Regeln
Legt für Emittenten verbindliche Wohlverhaltensregeln fest, die sich primär auf die Vermeidung von Insidergeschäften (Insiderinformation) beziehen.
Corporate Governance
Einhaltung der Grundsätze guter und verantwortlicher Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Wird in Österreichische vom "Arbeitskreis für Corporate Governance" erstellt. Will ein Unternehmen an der Wiener Börse notiert sein, muss es zustimmen, diesen Kodex einzuhalten.
D
Diskontierungssatz
wird aus Nettoanfangsrenditen von Markttransaktionen von vergleichbaren Objekten bestimmt.
Diversifikation
ist im Kontext der Vermögensveranlagung die Streuung auf verschiedene Anlageformen mit dem Ziel der Risikominimierung. Bei Immobilienveranlagungen die Streuung auf verschiedene Regionen und Nutzungsarten.
E
EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Earnings before interest and taxes).
EBIT-Marge
EBIT im Verhältnis zum Umsatz; operative Umsatzrendite.
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortisation).
EBT
Ergebnis vor Steuern (Earnings before taxes).
Eigenkapital
Mittel, die der Eigentümer selbst zur Finanzierung seines Unternehmens aufgebracht hat oder die aus dem erwirtschafteten Gewinn (Thesaurierung) im Unternehmen belassen werden (Grundkapital plus Rücklagen plus Bilanzgewinn bzw. -verlust).
EPRA European Public Real Estate Association
Der international verwendete EPRA-Index beschreibt die Performance der größten europäischen und nordamerikanischen börsennotierten Immobiliengesellschaften.
Eigenkapitalquote
Ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Anteil der Eigenmittel (wirtschaftliches Eigenkapital) an der Bilanzsumme eines Unternehmens ausdrückt
EPS
Earnings per Share (Gewinn je Aktie); Konzernergebnis durch gewichtete Anzahl der Aktien.
Erbnießbrauchsrecht
Das in Polen angewendete Recht, ein in staatlichem Eigentum stehendes Grundstück eine festgelegte Zeit (40 bis 99 Jahre) nutzen, verwalten und führen zu dürfen.
EV
Enterprise Value; definiert als Marktkapitalisierung plus Nettoverschuldung.
Einstiegsrendite
Dies ist die Rendite einer Immobilie gemessen an den laufenden Mieteinnahmen im Verhältnis zum Ankaufspreis.
F
Fair Value
Der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht oder eine Verpflichtung beglichen werden kann (Marktwert).
G
Gearing
Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital.
Genehmigtes Kapital
Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung dem Vorstand für höchstens fünf Jahre erteilte Ermächtigung, ohne weiteres Befragen der Hauptversammlung das Grundkapital durch Ausgabe junger Aktien in einem bestimmten Ausmaß zu erhöhen.
Grundkapital
Aktienkapital einer Aktiengesellschaft. Es entspricht zahlenmäßig dem Nennwert aller ausgegebenen Aktien und muss mindestens 70.000 € betragen.
I
IAS 40
Der IAS 40 ist ein Standard der Rechnungslegung für Unternehmen. Er regelt ein Teilgebiet der IFRS, die Bilanzierung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und die damit verbundenen Angabevorschriften.
IATX
Die bedeutendsten an der Wiener Börse notierten Immobilienwertpapiere sind im Immobilien-ATX, einem Benchmark-Index für österreichische Immobilienwerte, zusammengefasst.
IFRS
International Financial Reporting Standards (Internationale Rechnungslegungsstandards).
Insiderinformation
Insiderinformationen sind Informationen über vertrauliche Tatsachen, die mit einem Wertpapier oder Emittenten in Zusammenhang stehen und die geeignet sind, den Kurs des Wertpapiers erheblich zu beeinflussen, wenn sie der Öffentlichkeit bekannt werden. Das Ausnützen von Insiderinformationen z.B. zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren ist nach österreichischem Börsengesetz verboten und strafbar.
ISIN
Die International Security Identification Number (ehem. Wertpapierkennnummer) ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination und stellt eine Identifikation für ein Wertpapier dar, das an der Börse gehandelt wird.
K
Kapitalertragsteuer (KESt)
Zinsen und Dividenden österreichischer Wertpapiere unterliegen der 25%igen Kapitalertragsteuer. Mit der KESt ist die Einkommensteuer abgegolten.
Kapitalisierungssatz
Der Kapitalisierungssatz dient zur Bestimmung des Wiederverkaufswerts am Ende des Planungszeitraums und orientiert sich am objektspezifisch ermittelten Diskontierungssatz.
KGV
Das Kurs- / Gewinnverhältnis gibt an, wie oft der Gewinn je Aktie im Kurs enthalten ist. Wichtige Kennzahl zur Bewertung von Aktien. Ihre Aussagekraft liegt vor allem im Vergleich (historisch, zum Mitbewerb, zum Gesamtmarkt etc).
Konzernergebnis
Ergebnis nach Steuern.
Kurs
Marktpreis für die an einer Börse gehandelten Wertpapiere.
Kurs-Cashflow-Verhältnis
Das Kurs- Cashflow-Verhältnis (KCV) ist eine wesentliche Bewertungskennziffer, bei der der aktuelle Kurs durch den Cashflow pro Aktie geteilt wird. Je niedriger das KCV ist, desto attraktiver ist das betrachtete Wertpapier.
Kursgewinn
Bezeichnung für die positive Differenz zwischen dem Kurs, mit dem ein Wertpapier gekauft wurde, und dem Kurs, bei dem es aktuell notiert bzw. mit dem es verkauft wurde.
Kurs-Substanzwert-Verhältnis
Börsenkurs der Aktie durch den Substanzwert je Aktie.
L
Latente Steuern
Die IFRS orientieren sich am „Temporary-Concept“ unter Anwendung der „Balance-Sheet-Liability-Methode“. Nach dieser Methode sind für alle Unterschiede zwischen den Wertansätzen der (nach IFRS erstellten) Bilanz und den steuerlichen Wertansätzen, die sich künftig ausgleichen werden, aktive bzw. passive latente Steuern anzusetzen, wobei der im Geschäftsjahr des Differenzausgleichs zur Anwendung kommende Ertragsteuersatz zu verwenden ist. Abzinsungen sind nicht vorzunehmen. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge sind grundsätzlich zwingend zu aktivieren und in der Folge hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit wie andere Vermögensgegenstände zu beurteilen.
Leverage
Unter "Leverage" versteht man die Verschuldung eines Unternehmens
M
Marktkapitalisierung
Siehe Börsenkapitalisierung.
Marktwert
Siehe Fair Value.
N
NAV
Net Asset Value: Eigenkapital plus stille Reserven im Immobilienvermögen.
NNNAV
Berechnungsmethode nach EPRA; bereinigter NAV um Wertanpassungen (für Finanzinstrumente) und latente Steuern.
Nettoverschuldung
Saldo aus Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel.
Neubewertungsgewinn / Neubewertungsverlust
Gemäß den Bilanzierungsregeln von IFRS werden vermietete Liegenschaften mit ihrem Marktwert (dem "Fair Value") in der Bilanz ausgewiesen. Dieser wird in regelmäßigen Abständen von einem externen Gutachter festgestellt. Wird eine Änderung des Marktwertes festgestellt, wird dies in der Gewinn und Verlustrechnung als Neubewertungsgewinn- bzw. Verlust ausgewiesen. Neben den Veränderungen der Marktwerte fliest in diese Position auch jene Wertänderungen, die sich aus der Fertigstellung von selbst entwickelten Immobilien ergibt. Während der Bauphase werden solche Liegenschaften in der Bilanz nur mit ihren Anschaffungskosten ausgewiesen. Mit Fertigstellung erfolgt im Rahmen der Umklassifizierung zu den vermieteten Liegenschaften eine Aufwertung auf den Marktwert.
P
Performance
Gesamtertrag einer Kapitalanlage. Berücksichtigt Wertveränderungen des eingesetzten Kapitals, aber auch Ausschüttungen und deren Wiederveranlagung.
R
Rendite
Kennzahl für den Ertrag eines(r) Wertpapiers (Immobilie). Gesamtertrag einer Veranlagung bezogen auf das eingesetzte Kapital, angegeben in Prozent. Im Gegensatz zur Performance werden keine Wertberichtigungen berücksichtigt.
Risikomanagement
Systematische Vorgehensweise zur Identifizierung potenzieller Risiken, ihrer Bewertung, sowie zur Auswahl und zum Einsatz der Maßnahmen zur Risikobewältigung.
ROE
Return on Equity: Rentabilität des Eigenkapitals
ROCE
Return on Capital Employed: Zeigt die Rentabilität des verzinslich zur Verfügung gestellten Kapitals
S
Shareholder Value
Orientierung am Shareholder Value impliziert konsequente Ausrichtung des unternehmerischen Handelns auf die Steigerung des Unternehmenswerts.
Stille Reserven
Verkehrswert abzüglich Bilanzwert des Immobilienvermögens.
Stimmrecht
Recht des Aktionärs, in der Hauptversammlung für oder gegen gestellte Anträge zu stimmen. Eine Aktie verbrieft üblicherweise ein Stimmrecht.
Substanzwert
Eigenkapital des Konzerns zuzüglich stille Reserven und sonstiges Vermögen.
Substanzwert je Aktie
Substanzwert des Unternehmens durch die Anzahl der Aktien per 31.12.
Superädifikat
Bauwerk auf fremdem Grund, das vom Benützer (im Regelfall Mieter oder Pächter) des Grundstücks errichtet wird und in dessen Eigentum steht.
SWAP
Englische Bezeichnung für Tausch. Drei Grundarten lassen sich unterscheiden: Zins-Swaps, Währungs-Swaps, kombinierte Zins- und Währungs-Swaps. Die Partner tauschen dabei Zahlungsverpflichtungen, wobei feste Zinszahlungen gegen variable getauscht oder Kredite in verschiedenen Währungen ausgetauscht werden.
T
Thesaurierung
Erwirtschaftete Gewinne werden zur Gänze reinvestiert und führen zu einer stetigen Steigerung des inneren Wertes. Der Nutzen für den Anleger resultiert nicht aus einem laufenden Ertrag aus Dividendenzahlungen, sondern aus der Kurssteigerung des Wertpapiers.
V
Volatilität
Maß für die durchschnittliche Schwankungsbreite eines Kurses innerhalb einer bestimmten Periode. Je höher die (historische) Volatilität eines Veranlagungsinstruments ist, umso höher ist das damit verbundene Risiko. Immobilienaktien zeichnen sich durch eine relativ geringe Volatilität aus.
Y
Yield
Siehe Rendite.
Yield Compression
Mit "Yield Compression" wird ein Rückgang der implizierten Renditen, die am Investmentmarkt für Immobilien gezahlt werden, verstanden. Niedrigere Renditen bedeuten höhere Preise, so daß in einer Yield Compression Phase die Immobilienwerte steigen. So würde z.B. eine Liegenschaft mit einem jährlichen Mietertrag von € 0,1 Mio bei einer 6% Rendite mit € 1.75 Mio bewertet - bei einem Rückgang (=Compression) der angenommenen Rendite auf 5% würde der Wert hingegen auf € 2,0 Mio steigen (=0,1 / 0,05).
Z
Zinscap
Vereinbarte Zinsobergrenze für Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung; Absicherung gegen steigende Zinsen; Zinsuntergrenzen werden als Zinsfloors bezeichnet.